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Zugunglück in Spanien: Minister fragt, warum der AVE trotz rotem Signal weiterfahren durfte

Zugunglück in Spanien: Minister fragt, warum der AVE trotz rotem Signal weiterfahren durfte

Nach dem Zugunglück in Spanien mit mindestens 68 Todesopfern konzentrieren sich die Ermittlungen darauf, warum ein Renfe-AVE nach einer Störung des Sicherheits- und Kommunikationssystems die Fahrt fortsetzen durfte, obwohl ein Iryo-Zug noch auf dem Gleis stand. Verkehrsminister Óscar Puente bezeichnete die Freigabe durch die Leitstelle als „unerklärlich“.

Nach Angaben, über die El País und Reuters berichteten, führte eine Störung des Sicherheits- und Computersystems dazu, dass ein rotes Signal aktiviert und der Zugverkehr automatisch gestoppt wurde. Der Minister sagte, anschließend sei offenbar eine falsche Entscheidung zur Wiederaufnahme der Fahrt des Renfe-Zuges getroffen worden. Die Ermittler prüfen, wer die Freigabe erteilte und auf welcher Grundlage dies geschah.

Anderer Lokführer soll Leitstelle gewarnt haben

Nach der von El País wiedergegebenen offiziellen Darstellung hatte der Lokführer eines nicht in den Unfall verwickelten Zuges die Leitstelle darauf hingewiesen, dass nach der Störung keine normale Weiterfahrt möglich sei. Die Züge hätten demnach auf Sicht und mit einer Geschwindigkeit fahren müssen, die ein Anhalten vor Hindernissen ermöglicht. Ob und wie diese Warnung bei der späteren Freigabe berücksichtigt wurde, ist Gegenstand der Ermittlungen.

Sánchez verspricht Aufklärung

Ministerpräsident Pedro Sánchez versprach am Unfallort eine vollständige Untersuchung. Sollten Nachlässigkeit oder Defizite bei den Sicherheitssystemen festgestellt werden, werde die Regierung entschlossen handeln. Spanien hat für den 29. bis 31. Oktober drei Trauertage ausgerufen.

Die offizielle Unfallursache ist weiterhin nicht abschließend geklärt. Die Ermittler untersuchen technische Aufzeichnungen, Entscheidungen der Leitstelle und die Signalanlage.