Russische Angriffe auf die Energieversorgung der Ukraine haben am Dienstag großflächige Stromausfälle ausgelöst. Präsident Wolodymyr Selenskyj zufolge setzte Russland 289 Drohnen, 17 ballistische Raketen und 59 Marschflugkörper ein; Kraftwerke und Umspannwerke seien von Odesa bis in die westliche Region Riwne getroffen worden.
Der private Energieversorger DTEK teilte mit, dass drei seiner fünf Wärmekraftwerke außer Betrieb seien. Nach ukrainischen Angaben kam es in Kyjiw und mindestens sechs weiteren Regionen zu Stromausfällen. Auch die Bahn meldete Schäden an Personenwagen, Lokomotiven und einem Bahnhof.
Die Angriffe verschärfen die Sorge vor einer angespannten Energieversorgung in den Wintermonaten. Bundeskanzler Friedrich Merz sagte bei seinem Treffen mit Selenskyj in Berlin weitere Unterstützung bei der Energieversorgung zu und forderte Moskau auf, sich ernsthaft auf einen Friedensprozess einzulassen.
Die Ukraine will bei den für den 10. und 11. November in Abu Dhabi geplanten Gesprächen mit Russland und den USA auch über eine mögliche Waffenruhe für Angriffe auf Energieanlagen sprechen. Die erneute Angriffswelle zeigt, wie groß die Risiken für die Versorgungssicherheit bleiben.


