Deutschland könnte einen erheblichen Teil der möglichen wirtschaftlichen Vorteile künstlicher Intelligenz verpassen, wenn der Zugang zu Trainingsdaten für KI-Modelle weiter erschwert wird. Nach einer am Dienstag veröffentlichten Modellrechnung des ifo Instituts könnte sich das zusätzliche Wertschöpfungspotenzial generativer KI bis 2034 von jährlich 440 Milliarden Euro um 155 Milliarden Euro verringern.
Die Berechnung umfasst drei Bereiche: den breiten Einsatz von KI in Unternehmen und Verwaltung, produktivere Forschung sowie die Entwicklung von KI-Systemen in Deutschland. Nach Einschätzung der Autoren würden strengere Datenbeschränkungen die Verbreitung der Technologie verlangsamen, die Leistungsfähigkeit von Modellen begrenzen und Forschung sowie europäische KI-Entwicklung beeinträchtigen.
Das Institut plädiert dafür, den Zugang zu Trainingsdaten praktikabel zu regeln und die europäische Text-und-Data-Mining-Ausnahme beizubehalten. Als mögliche Ergänzungen nennt es verhältnismäßige Transparenzpflichten, verständliche Opt-out-Verfahren und freiwillige Lizenzvereinbarungen. Die EU-Kommission überprüft die einschlägigen Regeln seit Mai 2026.
Die Zahlen sind ausdrücklich Schätzungen eines möglichen wirtschaftlichen Potenzials und keine Vorhersage der tatsächlichen Entwicklung. Die zugrunde liegende Studie wurde von der Implement Consulting Group in Zusammenarbeit mit dem ifo Institut erstellt und von CCIA Europe und Google in Auftrag gegeben.
Das Bild zeigt Serverhardware und dient als Symbolbild; es stellt keine konkrete Studie oder ein bestimmtes Unternehmen dar.





