Die Weltwirtschaft dürfte 2026 trotz hoher Energiepreise weiter wachsen. Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet in seinem neuen Weltwirtschaftsausblick mit einem globalen Wachstum von 3,1 Prozent in diesem Jahr und 3,4 Prozent 2027. Zugleich warnt der Fonds vor erheblichen Risiken durch einen möglichen Rückgang der Investitionen in künstliche Intelligenz (KI), steigende Staatsschulden und eine anhaltende Eskalation im Nahen Osten.
Die leicht verbesserte Prognose für 2026 hängt laut IWF vor allem mit den weiterhin hohen Investitionen in KI-Infrastruktur zusammen. Diese stützen die Nachfrage nach Rechenzentren, Chips und weiteren technischen Komponenten. Gleichzeitig bleiben die höheren Ölpreise infolge des Konflikts eine Belastung für Unternehmen und Verbraucher.
Ein Einbruch bei KI-Investitionen könnte Wachstum bremsen
Der IWF warnt, dass eine abrupte Neubewertung der wirtschaftlichen Erträge aus KI die Investitionen und Vermögenspreise stark drücken könnte. In einem ungünstigen Szenario könnte die globale Wirtschaftsleistung bis 2028 um 1,1 Prozent niedriger ausfallen als erwartet. Für die USA wäre der mögliche Rückgang noch stärker.
Auch ein länger andauernder Krieg im Nahen Osten könnte die Aussichten verschlechtern. Sollte der Ölpreis bis ins erste Quartal 2027 bei mehr als 130 US-Dollar je Barrel bleiben, könnte das Wachstum 2027 nach Einschätzung des Fonds um einen halben Prozentpunkt sinken. Die Prognosen setzen voraus, dass sich die Lage an wichtigen Schifffahrtsrouten schrittweise normalisiert.
Schulden und Zinsen setzen Staaten unter Druck
Zusätzliche Risiken sieht der Fonds in hohen öffentlichen Schulden und steigenden Anleiherenditen. Höhere Finanzierungskosten könnten die Haushalte belasten und Investitionen verdrängen. Besonders gefährdet seien Staaten, die hohe Zinslasten tragen und nur begrenzten finanziellen Spielraum haben.
Der IWF fordert Regierungen deshalb auf, tragfähige mittelfristige Haushaltspläne vorzulegen und finanzielle Puffer wieder aufzubauen. Trotz der Risiken geht der Fonds derzeit nicht davon aus, dass selbst das ungünstige KI-Szenario zwangsläufig eine globale Rezession auslösen würde.
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