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Großbritannien zahlt bei fünfjährigen Staatsanleihen den höchsten Zins seit 2008

Großbritannien zahlt bei fünfjährigen Staatsanleihen den höchsten Zins seit 2008

Die britische Schuldenverwaltung hat am Dienstag, 27. Oktober, fünfjährige Staatsanleihen im Umfang von 4,5 Milliarden Pfund mit einer durchschnittlichen Rendite von 5,036 Prozent verkauft. Das war der höchste Wert bei einer vergleichbaren Auktion seit 2008, wie Reuters unter Berufung auf die Auktionsergebnisse berichtete.

Die Nachfrage war dennoch stark: Die eingegangenen Gebote entsprachen dem 3,51-Fachen des angebotenen Volumens. Die Ergebnisse der britischen Debt Management Office zeigen damit, dass Anleger weiterhin bereit sind, britische Staatspapiere zu kaufen – allerdings zu deutlich höheren Finanzierungskosten.

Der Zeitpunkt erhöht den Druck auf die Regierung. Finanzminister John Healey will am Mittwoch seinen ersten Jahreshaushalt vorlegen. Seit dem Anstieg der Energiepreise im Zusammenhang mit dem Krieg zwischen den USA und dem Iran sind die Renditen britischer Staatsanleihen gestiegen. Investoren rechnen mit anhaltendem Inflationsdruck und einem höheren staatlichen Finanzierungsbedarf.

Höhere Renditen verteuern neue Kredite des Staates und schränken damit den finanziellen Spielraum ein. Sie können sich zudem auf die Finanzierungskosten von Unternehmen und mittelbar auf Kredite für Verbraucher auswirken. The Guardian berichtete ebenfalls, dass die Auktion den höchsten Fünfjahreszins seit der Finanzkrise von 2008 brachte.

Von Reuters befragte Anleihehändler erwarten für das laufende Haushaltsjahr nach dem Budget nur einen begrenzten zusätzlichen Finanzierungsbedarf. Für 2027/28 rechnen sie jedoch mit einem deutlich höheren Bruttofinanzierungsbedarf. Die Regierung steht damit vor der Aufgabe, ihre Ausgabenpläne mit den steigenden Kosten der Kreditaufnahme in Einklang zu bringen.

Kabir Ahmed / Unsplash