Die Bundeswehr beteiligt sich mit rund zehn Stabsoffizieren, bis zu zwei A400M-Flugzeugen für die Luftbetankung und logistischer Unterstützung an der Übung Koalicja 2026. Das Manöver der von Großbritannien und Frankreich geführten Multinational Force Ukraine (MNF-U) ist für den 9. bis 22. November in Polen geplant. Insgesamt sollen rund 2.800 Kräfte aus elf Staaten teilnehmen.
Das britische Verteidigungsministerium bestätigte am 3. November, dass die Übung die erste große Einsatzprobe der MNF-U sein wird. Getestet werden unter anderem Führungs- und Kommunikationsstrukturen sowie die Verlegung, der Schutz und die Versorgung multinationaler Einheiten. Großbritannien beteiligt sich nach eigenen Angaben mit 300 Soldaten, Kampfjets vom Typ Typhoon und einem Tankflugzeug vom Typ Voyager.
Deutschland hatte seine Beteiligung bereits Ende Oktober angekündigt. Ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums teilte der Deutschen Presse-Agentur mit, dass neben den Stabsoffizieren bis zu zwei A400M für die Luftbetankung bereitgestellt und logistische Aufgaben übernommen werden sollen. Die Bundeswehr wird damit sowohl Führungs- als auch Unterstützungsfähigkeiten in die Übung einbringen.
Zu den elf beteiligten Staaten zählen Belgien, Estland, Frankreich, Deutschland, Litauen, die Niederlande, Polen, Spanien, Schweden, die Türkei und Großbritannien. Die Türkei übernimmt den Aufbau des maritimen Elements der MNF-U. Von Istanbul aus sollen Abläufe zur Räumung von Seeminen im Schwarzen Meer erprobt werden, damit Handelsschiffe nach einem Ende der Kämpfe wieder sicher ukrainische Häfen anlaufen können.
Nach Angaben des britischen Verteidigungsministeriums würde die MNF-U erst nach dem Ende der Kampfhandlungen und auf Ersuchen der ukrainischen Regierung in die Ukraine verlegt. Die Truppe soll weder eine klassische Friedenstruppe stellen noch einen Waffenstillstand überwachen. Vorgesehen sind vielmehr Unterstützung beim Wiederaufbau der ukrainischen Streitkräfte sowie Beiträge zur Sicherheit des Luftraums und der Seewege.
Der Guardian berichtete am 3. November unter Berufung auf westliche Regierungsvertreter, dass die Soldaten im Fall eines Angriffs ihre Einheiten verteidigen dürften. Ein möglicher Einsatz solle jedoch defensiv ausgerichtet sein. Die Übung in Polen ist eine Vorbereitung auf ein mögliches Szenario nach einem Kriegsende und bedeutet noch keine Entscheidung über eine tatsächliche Stationierung.


