Im Zusammenhang mit dem Zugunglück in Spanien, bei dem mindestens 68 Menschen ums Leben kamen, sind Tonaufnahmen aus der Kommunikation zwischen der Leitstelle und den Lokführern bekannt geworden. Nach Aufnahmen, die der spanische Radiosender Cadena SER veröffentlichte, wurde der Lokführer des Renfe-AVE nach einem Ausfall des Sicherheitssystems LZB angewiesen, mit normaler Geschwindigkeit weiterzufahren.
Die erste von Cadena SER beschriebene Kommunikation fand demnach am Unfallmorgen um 8.31 Uhr zwischen dem Lokführer und der Adif-Leitstelle in Madrid-Atocha statt. Der Mitarbeiter der Leitstelle habe dem Fahrer mitgeteilt, dass er die Fahrt normal fortsetzen könne.
Vorgeschrieben war offenbar Fahren auf Sicht
Bei einem Ausfall des LZB-Systems hätte nach dem in spanischen Medien beschriebenen Verfahren auf Sicht gefahren werden müssen. Der Zug hätte also so langsam fahren müssen, dass er vor einem Hindernis anhalten kann. Berichten zufolge liegt die dabei zulässige Geschwindigkeit bei höchstens 40 Kilometern pro Stunde.
Verkehrsminister Óscar Puente hatte die Freigabe zur Weiterfahrt mit normaler Geschwindigkeit als „unerklärlich“ bezeichnet. Die Ermittler prüfen nun, wie die Anweisungen zustande kamen und warum das vorgesehene Sicherheitsverfahren möglicherweise nicht angewendet wurde.
Unfallursache noch nicht abschließend geklärt
Der Renfe-Zug war auf einen auf den Gleisen stehenden Iryo-Zug aufgefahren. Mindestens 68 Menschen kamen ums Leben. Am Donnerstagmorgen wurden noch 53 Verletzte in Krankenhäusern behandelt, 15 davon in kritischem Zustand. Die Tonaufnahmen sind ein wichtiges Beweismittel; die endgültige Unfallursache und mögliche Verantwortlichkeiten sind jedoch noch nicht offiziell festgestellt.


