Die portugiesische Regierung hat Lufthansa als bevorzugten Käufer für einen Anteil von 44,9 Prozent an der staatlichen Fluggesellschaft TAP ausgewählt. Das Angebot des deutschen Konzerns liegt rund 16 Prozent über dem des Konkurrenten Air France-KLM.
Der deutsche Luftfahrtkonzern Lufthansa hat sich im Bieterverfahren um die portugiesische Fluggesellschaft TAP Air Portugal durchgesetzt. Die portugiesische Regierung wählte Lufthansa als bevorzugten Partner für den Erwerb von 44,9 Prozent der Airline aus.
Das Angebot bewertet die Beteiligung mit rund 1,2 Milliarden Euro. Air France-KLM hatte ebenfalls Interesse an dem Anteil gezeigt, lag mit seinem Angebot nach Angaben der portugiesischen Regierung jedoch rund 16 Prozent unter dem Vorschlag von Lufthansa.
Der Einstieg ist Teil der schrittweisen Privatisierung von TAP. Die Transaktion muss noch die erforderlichen Genehmigungen erhalten und ist deshalb noch nicht endgültig abgeschlossen.
Staat behält zunächst die Mehrheit
Die portugiesische Regierung will vorerst die Mehrheit an der nationalen Fluggesellschaft behalten. Fünf Prozent der Anteile sind für die Beschäftigten vorgesehen. Lufthansa könnte zunächst 44,9 Prozent übernehmen; abhängig vom weiteren Verfahren ist eine Beteiligung von bis zu 49,9 Prozent möglich.
Der portugiesische Ministerpräsident Luís Montenegro bezeichnete die Auswahl als wichtigen Schritt im Privatisierungsprozess. Bei der Bewertung seien sowohl das finanzielle Angebot als auch die Verlässlichkeit des Investors berücksichtigt worden.
Strategische Bedeutung für Lufthansa
TAP verfügt über ein Streckennetz mit wichtigen Verbindungen nach Brasilien, in portugiesischsprachige Länder Afrikas und in die USA. Der Flughafen Lissabon ist dabei ein bedeutender Umsteigepunkt zwischen Europa und dem Atlantik.
Für Lufthansa würde die Beteiligung den Zugang zu diesen Märkten stärken und die Position des Konzerns im europäischen Luftverkehr weiter ausbauen. Zur Lufthansa-Gruppe gehören bereits unter anderem Swiss, Austrian Airlines, Brussels Airlines und ITA Airways.
Für TAP könnte der Einstieg zusätzliche Investitionen und eine engere Zusammenarbeit im internationalen Streckennetz ermöglichen. Zugleich bleibt abzuwarten, welche Bedingungen die europäischen Wettbewerbsbehörden an die Transaktion knüpfen.
Der weitere Privatisierungsprozess soll nach bisherigen Planungen bis 2028 vorankommen.


