Deutschland dürfte bei der Entwicklung der Reallöhne in den kommenden Monaten eine Ausnahme unter den großen europäischen Volkswirtschaften bleiben. Nach aktuellen OECD-Prognosen werden die inflationsbereinigten Löhne in Deutschland 2026 und 2027 weiter zulegen.
Die Entwicklung steht im Gegensatz zu mehreren anderen großen europäischen Ländern. Für Italien, Spanien, Frankreich und das Vereinigte Königreich werden zwischen dem ersten Quartal 2026 und dem ersten Quartal 2027 Rückgänge der Reallöhne erwartet.
Für Deutschland prognostiziert die OECD dagegen einen weiteren Anstieg. Dabei spielen unter anderem die vergleichsweise robuste Arbeitsmarktlage, der Fachkräftemangel und die Entwicklung der Tariflöhne eine Rolle.
Die Prognosen stehen allerdings unter dem Vorbehalt der weiteren Energiepreisentwicklung und der geopolitischen Lage. Ein länger anhaltender Anstieg der Energiekosten könnte die Inflation erhöhen und die Kaufkraft der Beschäftigten erneut belasten.
Nach OECD-Daten waren die deutschen Reallöhne im ersten Quartal 2026 bereits um 1,2 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Für 2026 und 2027 wird ein weiterer Anstieg von jeweils etwa einem Prozent erwartet.




