Die wirtschaftliche Erholung in Deutschland hat sich im Oktober verlangsamt. Der vorläufige zusammengesetzte Einkaufsmanagerindex von S&P Global sank auf 52,8 Punkte, nachdem er im September noch 53,8 Punkte erreicht hatte. Werte über 50 signalisieren weiterhin Wachstum, doch die Entwicklung deutet auf eine fragile Erholung hin.
Die Industrie zeigte sich vergleichsweise widerstandsfähig: Ihr Einkaufsmanagerindex stieg auf 54,2 Punkte und erreichte damit den höchsten Stand seit zwei Monaten. Im Dienstleistungssektor fiel der Index dagegen von 52,9 auf 51,7 Punkte. Die Aktivität nahm zwar erneut zu, allerdings nur moderat.
Unternehmen meldeten einen lediglich leichten Zuwachs bei neuen Aufträgen. Im Dienstleistungsbereich bremsten verzögerte Entscheidungen von Kunden und knappere Budgets die Nachfrage. In der Industrie verlor das Wachstum der Auftragseingänge an Tempo, wurde aber weiterhin von Exporten gestützt.
Auch der Preisdruck ließ nach: Die Preise für Waren und Dienstleistungen stiegen so langsam wie seit sieben Monaten nicht mehr. Gleichzeitig blieb die Zuversicht der Unternehmen insgesamt positiv. Während Dienstleister so optimistisch auf die kommenden zwölf Monate blickten wie seit Februar nicht mehr, nahm die Zuversicht in der Industrie wegen steigender Kosten für Vorleistungen ab.
Die Daten zeichnen damit ein gemischtes Bild: Die deutsche Wirtschaft wächst weiter, doch die Dynamik bleibt begrenzt und die Erholung anfällig für Kosten- und Nachfragerisiken.


