Österreich hat vier in Wien tätige russische Diplomaten zu unerwünschten Personen erklärt und ihre Ausreise angeordnet. Das Außenministerium erklärte am Freitag, dem 23. Oktober, die Betroffenen hätten Tätigkeiten ausgeübt, die mit ihrem diplomatischen Status unvereinbar seien. Die Maßnahme stütze sich auf Erkenntnisse der Sicherheitsbehörden; nähere Angaben zu den konkreten Vorwürfen machte das Ministerium nicht.
Drei der Diplomaten waren an der russischen Botschaft akkreditiert. Der vierte gehörte der russischen Delegation bei der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) an und befasste sich dort mit militärischer Sicherheit und Rüstungskontrolle.
Mit der Entscheidung steigt die Zahl der seit 2020 aus Österreich ausgewiesenen russischen Diplomaten auf 18. Wien ist als Sitz der OSZE und zahlreicher internationaler Organisationen ein wichtiger Standort multilateraler Diplomatie. Deshalb haben mögliche nachrichtendienstliche Aktivitäten im Umfeld diplomatischer Vertretungen besondere sicherheitspolitische Bedeutung.
Aus Moskau wurde eine Gegenreaktion angekündigt, konkrete Schritte wurden zunächst nicht genannt. Österreich ist militärisch neutral, hat sich politisch seit Russlands großangelegtem Angriff auf die Ukraine 2022 jedoch an die Seite Kiews gestellt.


