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Bulgarien wählt Präsidenten: Teuerung und Sicherheit am Schwarzen Meer prägen die Abstimmung

Bulgarien wählt Präsidenten: Teuerung und Sicherheit am Schwarzen Meer prägen die Abstimmung

In Bulgarien haben am Sonntag die Präsidentschaftswahlen begonnen. Die Abstimmung findet in einer Phase statt, in der steigende Lebenshaltungskosten und wachsende Sorgen um die Sicherheit im Schwarzen Meer die politische Debatte prägen. Insgesamt treten 27 Kandidaten-Duos an; im Mittelpunkt des Rennens stehen Amtsinhaberin Iliana Jotowa und der frühere geschäftsführende Ministerpräsident Andrej Gjurov.

Die Sicherheitslage hat im Wahlkampf zusätzlich an Gewicht gewonnen, nachdem Drohnenangriffe auf Handelsschiffe nahe der bulgarischen Schwarzmeerküste internationale Besorgnis ausgelöst hatten. Sofia hat Unterstützung von EU- und NATO-Partnern angefordert, um die maritime Sicherheit zu stärken. Bulgarien hat Russland nicht direkt für die Angriffe verantwortlich gemacht.

Jotowa, die von der Regierungspartei Progressives Bulgarien unterstützt wird, setzt im Ukraine-Krieg auf diplomatische Lösungen. Gjurov steht für eine stärker prowestliche Linie und hatte während seiner Amtszeit als geschäftsführender Regierungschef ein Sicherheitsabkommen mit Kiew unterzeichnet. Damit spiegelt die Wahl auch die innenpolitische Debatte über Bulgariens Verhältnis zu Russland und zur Ukraine wider.

Die Wahllokale sollen am Sonntagabend schließen; erste vorläufige Ergebnisse werden am Montag erwartet. Da eine absolute Mehrheit im ersten Wahlgang als unwahrscheinlich gilt, wird mit einer Stichwahl am 1. November gerechnet. Das Präsidentenamt ist überwiegend repräsentativ, verfügt aber unter anderem über Einfluss in Sicherheitsfragen und ein Vetorecht bei Gesetzen.

Symbolbild: Mikhail | luxkstn / Unsplash