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Amsterdam: 218 Festgenommene nach Protest an Microsoft-Rechenzentrum wieder frei

Amsterdam: 218 Festgenommene nach Protest an Microsoft-Rechenzentrum wieder frei

Alle 218 Menschen, die nach einer Protestaktion auf der Baustelle eines Microsoft-Rechenzentrums in Amsterdam festgenommen worden waren, sind wieder auf freiem Fuß. Zugleich zeigen neue Berechnungen, dass der Wasserbedarf deutscher Rechenzentren zur Kühlung bis 2030 auf bis zu 27 Milliarden Liter jährlich steigen könnte.

Die Aktion fand am Freitag, 6. November, an der Plimsollweg im Stadtteil Amsterdam-West statt. Beteiligt waren die Gruppen Geef Tegengas und Fossielvrij. Nach Angaben der Polizei hatten einige Teilnehmer Werkzeuge dabei, um auf das Gelände zu gelangen. Demonstranten drangen auf die Baustelle vor; dabei kam es zu Sachbeschädigungen. Bei einigen Festgenommenen wurden Gegenstände gefunden, die mutmaßlich vom Baugelände stammten.

Der Betreiber des Rechenzentrums erstattete Anzeige wegen Hausfriedensbruchs, Sachbeschädigung und Einbruchs. Ein Polizeibeamter wurde bei dem Einsatz leicht verletzt. Alle 218 Festgenommenen kamen am Samstag, 7. November, frei. Eine Person hatte die Nacht in einer Polizeizelle verbracht und wurde im Laufe des Tages entlassen.

Eine neue Untersuchung zum Wasserverbrauch deutscher Rechenzentren beziffert den Kühlwasserbedarf für 2025 auf rund 13 Milliarden Liter. Bis 2030 könnte der Verbrauch auf bis zu 27 Milliarden Liter pro Jahr steigen. Die Menge für 2025 entspricht dem jährlichen Trinkwasserbedarf von etwa 275.000 Menschen.

Für ein neues Rechenzentrum mit 100 Megawatt IT-Anschlussleistung wird je nach Kühltechnik ein jährlicher Wasserverbrauch von 200 bis 930 Millionen Litern geschätzt. Die Datenlage bleibt lückenhaft: Von rund 1.200 meldepflichtigen Betreibern übermittelten 484 ihre Verbrauchsdaten für 2025; nur 139 von 319 öffentlich zugänglichen Datensätzen erwiesen sich als plausibel.

Der Wasserverbrauch hängt stark von der eingesetzten Kühltechnik ab. Geschlossene Wasserkreisläufe können den direkten Wasserverbrauch vermeiden. Konkrete Auswirkungen vor Ort hängen daher vom Standort, der technischen Ausstattung und der Verfügbarkeit regionaler Wasserressourcen ab.