Deutschlands Gasspeicher sind zu Beginn der Heizperiode deutlich schwächer gefüllt als in vielen Vorjahren. Nach Daten der europäischen Plattform AGSI lag der Füllstand am 30. Oktober bei 61,35 Prozent. Die Bundesnetzagentur bezifferte den Bestand in ihrer Lagebewertung vom selben Tag auf 61,6 Prozent beziehungsweise 152,4 Terawattstunden.
Die gesetzlichen Vorgaben sehen für die meisten Speicher einen Füllstand von 80 Prozent vor; für sechs Anlagen gelten reduzierte 45 Prozent. Daraus ergibt sich rechnerisch ein durchschnittlicher Zielwert von rund 70 Prozent. Dieser Wert wurde zum 1. November verfehlt.
Die Bundesnetzagentur sieht darin allein noch keinen Hinweis auf eine unsichere Versorgung. Entscheidend seien auch Pipelineimporte, LNG-Lieferungen, die Infrastruktur und die Nachfrage. Zwischen dem 22. und 28. Oktober kamen 18,3 Terawattstunden über Pipelines und 1,1 Terawattstunden über LNG-Terminals nach Deutschland. Die durchschnittliche Auslastung der Terminals lag bei 28,4 Prozent.
Der Speicherverband INES fordert, die Befüllung für kommende Winter verlässlicher abzusichern. Die Branche verweist darauf, dass hohe Marktpreise die Einlagerung im Sommer wirtschaftlich weniger attraktiv gemacht hätten. Die Bundesregierung rechnet derzeit nicht mit einer Gasmangellage; Preisspitzen bei winterlicher Kälte oder Störungen der Lieferwege bleiben jedoch möglich.
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