Christine Lagarde will die Europäische Zentralbank (EZB) am 7. Februar 2027 verlassen und damit rund neun Monate vor dem regulären Ende ihrer Amtszeit ausscheiden. Die EZB bestätigte am 29. Oktober, dass Lagarde den EZB-Rat und EU-Ratspräsident António Costa über ihren Schritt informiert hat.
Der vorgezogene Abschied bringt den Auswahlprozess für die Nachfolge nach vorn. Nach Artikel 283 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union wird die EZB-Präsidentin oder der EZB-Präsident vom Europäischen Rat ernannt, nachdem das vorgesehene Nominierungsverfahren durchlaufen wurde.
Nach einem Reuters-Bericht begründete Lagarde den Schritt mit dem Wunsch, sich künftig freier zu weltpolitischen und gesellschaftlichen Fragen äußern zu können, die über die Geldpolitik hinausgehen. Während ihrer Amtszeit muss die EZB als unabhängige Institution politische Neutralität wahren.
Die Personalentscheidung fällt in eine Phase, in der europäische Spitzenposten mit Blick auf die französische Präsidentschaftswahl 2027 besetzt werden. Die Nachfolge wird deshalb auch politisch aufmerksam verfolgt. Eine offizielle Entscheidung über die künftige Amtsinhaberin oder den künftigen Amtsinhaber gibt es bislang nicht.


