Die französische Rechtspopulistin Marine Le Pen hat am Sonntag in Orléans offiziell ihren Wahlkampf für die Präsidentschaftswahl 2027 gestartet. In ihrer Rede stellte die Vorsitzende des Rassemblement National die Themen innere Sicherheit, strengere Einwanderungspolitik und wirtschaftliche Erneuerung in den Mittelpunkt.
Le Pen kündigte eine härtere Linie gegen Kriminalität an. Dazu gehören nach ihren Worten eine konsequentere Polizeiarbeit, strengere Kontrollen bei der Einwanderung und die automatische Ausweisung ausländischer Straftäter. Wirtschaftspolitisch warb sie für niedrigere Unternehmenssteuern, weniger Bürokratie und mehr Unterstützung für Industrie und Künstliche Intelligenz. Eine weitere Anhebung des Rentenalters lehnt sie ab.
Der Wahlkampf beginnt in einer Phase erheblicher gesellschaftlicher Spannungen. In Frankreich waren am Samstag Hunderttausende Menschen gegen die Zustände an Schulen, steigende Lebenshaltungskosten und den Umgang der Behörden mit Protesten auf die Straße gegangen. Die Demonstrationen erhöhen den Druck auf Präsident Emmanuel Macron, dessen Amtszeit im kommenden Jahr endet.
Eine am Sonntag veröffentlichte Umfrage sah Le Pen mit 32 bis 33,5 Prozent deutlich vor dem linksgerichteten Jean-Luc Mélenchon, der auf 17 Prozent kam. Zugleich bleibt Le Pens Verurteilung im Verfahren um veruntreute Mittel des Europäischen Parlaments ein rechtlicher Unsicherheitsfaktor; sie hat dagegen Berufung eingelegt.
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