MAILAND – Bei Demonstrationen gegen steigende Lebenshaltungskosten, hohe Kraftstoffpreise, die Steuerbelastung und Mängel bei öffentlichen Dienstleistungen ist es am Wochenende des 17. und 18. Oktober in mehreren italienischen Städten zu schweren Ausschreitungen gekommen. Besonders betroffen war Mailand. Auch in Turin, Bologna, Brescia und Bergamo kam es zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften.
Die schwersten Vorfälle ereigneten sich im Zentrum von Mailand rund um die Piazza del Duomo. Ein zunächst friedlicher Protestzug eskalierte, als einzelne Gruppen Steine, Flaschen und Feuerwerkskörper auf Polizisten warfen. Demonstranten errichteten Barrikaden, beschädigten Schaufenster und plünderten mehrere Geschäfte.
Polizei setzt Tränengas und Wasserwerfer ein
Die Sicherheitskräfte reagierten mit Tränengas und Wasserwerfern, um die Lage unter Kontrolle zu bringen. Bei den Zusammenstößen am Samstag, dem 17. Oktober, wurden in Mailand nach Medienberichten 25 Menschen verletzt, darunter zehn Polizeibeamte.
Nach den Vorfällen am ersten Protesttag wurden 28 Menschen festgenommen. Am Sonntag kam es erneut zu Ausschreitungen in der Innenstadt. Geschäfte und ein Supermarkt wurden geplündert, zahlreiche Personen zur Polizeiwache gebracht. Nach Angaben der italienischen Nachrichtenagentur ANSA waren es am Sonntagabend mehr als 200 Menschen.
Regierung berät über Sicherheitsmaßnahmen
Ministerpräsidentin Giorgia Meloni verurteilte die Gewalttaten. Demonstrationen dürften nicht dazu missbraucht werden, die öffentliche Ordnung zu gefährden, erklärte sie. Nach den Ausschreitungen berief Meloni eine Regierungssitzung ein, um weitere Maßnahmen zur öffentlichen Sicherheit zu prüfen.
Auch Mailands Bürgermeister Giuseppe Sala verurteilte die Gewalt. Die wirtschaftlichen Gründe für die Proteste seien nachvollziehbar, Angriffe auf Einsatzkräfte und die Zerstörung von Geschäften seien jedoch nicht zu rechtfertigen.
Die Ereignisse haben die Debatte über steigende Lebenshaltungskosten, die Qualität öffentlicher Dienstleistungen und den Umgang mit gewaltsamen Ausschreitungen bei Demonstrationen in Italien erneut verschärft.
Foto: Kadir Ilboga


