Die Verkehrsminister der Bundesländer verlangen vom Bund zusätzliche Mittel für den Regionalverkehr auf der Schiene. Ohne eine Änderung bei der Finanzierung drohen nach Einschätzung der Länder weitere Fahrplankürzungen und höhere Ticketpreise.
Für 2027 rechnen die Länder mit Kostensteigerungen von rund acht Prozent. Die DB InfraGO plant, die Trassenentgelte im Regionalverkehr im kommenden Jahr um 7,7 Prozent anzuheben; weitere Erhöhungen sind für 2028 vorgesehen. In Schleswig-Holstein wurden bereits Verbindungen abbestellt.
Hintergrund ist ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs aus dem März 2026, durch das die bisherige Begrenzung der Trassenpreise im Nahverkehr als rechtswidrig bewertet wurde. Die höheren Gebühren belasten Länder und Verkehrsunternehmen, weil die Nutzung der Schieneninfrastruktur teurer wird.
Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen schlägt vor, investitionsbedingte Infrastrukturkosten stärker aus dem Bundeshaushalt zu finanzieren, statt sie über die Trassenpreise aufzufangen. Die Verkehrsministerkonferenz will am Mittwoch und Donnerstag über die Finanzierung beraten. Welche Strecken konkret betroffen sein könnten, ist derzeit offen.


