Russische Raketen und Drohnen haben in der Nacht zum Samstag die Energieinfrastruktur in und um Kiew schwer beschädigt. In der Hauptstadt kam es zu erheblichen Problemen bei Strom, Wasser und Heizung. Zudem wurde die Nordbrücke über den Dnipro nach Schäden für Reparaturarbeiten gesperrt.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, Russland habe bei dem Angriff 172 Drohnen und 36 ballistische Raketen eingesetzt. Nur vier der Raketen seien abgefangen worden. Nach Angaben des ukrainischen Energieministeriums wurden Leitungen beschädigt, die Strom aus zwei Atomkraftwerken nach Kiew und in zentrale Landesteile transportieren. Außerdem seien Umspannwerke in fünf Regionen getroffen worden.
Die Stromausfälle waren nach Angaben der Behörden besonders in Kiew und der zentralukrainischen Region Schytomyr sowie in den östlichen Regionen Charkiw, Donezk und Dnipropetrowsk spürbar. Bürgermeister Vitali Klitschko teilte mit, die Nordbrücke bleibe während der Reparaturarbeiten gesperrt. Der Wasserdruck in der Stadt habe sich inzwischen stabilisiert.
Bei den Opferzahlen gab es unterschiedliche Angaben. Die Nachrichtenagentur AP berichtete von mindestens neun Verletzten in der Ukraine. Reuters meldete unter Berufung auf Behörden mindestens zwei Tote und etwa ein Dutzend Verletzte. Eine einheitliche Gesamtzahl lag in den Berichten zunächst nicht vor.
Das russische Verteidigungsministerium erklärte, Ziele im militärisch-industriellen Bereich sowie Energie- und Verkehrsinfrastruktur angegriffen zu haben. Die ukrainische Führung bezeichnete erneut die Energieversorgung als Hauptziel der Attacken.
Der Angriff erfolgte wenige Tage vor einer neuen Gesprächsrunde zwischen Russland, der Ukraine und den USA in Abu Dhabi. Die von Washington unterstützten Gespräche sollen nach Angaben von Reuters am 10. und 11. November stattfinden.
Bild: Dmytro Tolokonov / Unsplash. Symbolbild aus dem Archiv, keine Aufnahme des Angriffs vom 7. November.


