Die Europäische Zentralbank (EZB) sieht hohe Bewertungen von Aktien aus dem Bereich künstliche Intelligenz, Spannungen an den Anleihemärkten und mögliche Verluste bei Finanzakteuren außerhalb des klassischen Bankensektors derzeit als zentrale Risiken für die Finanzstabilität.
EZB-Vizepräsident Boris Vujčić verwies am Montag, 2. November, auf diese Gefahren. Die nächste halbjährliche Finanzstabilitätsprüfung der Notenbank soll am 18. November veröffentlicht werden.
Bei hoch bewerteten KI-Unternehmen könnten enttäuschte Erwartungen deutliche Kurskorrekturen auslösen. Belastungen an den Anleihemärkten könnten zugleich die Finanzierungskosten erhöhen und die Risikobereitschaft der Anleger dämpfen. Verluste bei Fonds und anderen Finanzinstituten außerhalb des Bankensektors könnten Marktschwankungen zusätzlich verstärken.
In einer separaten Rede in Dublin betonte Vujčić, geopolitische Schocks könnten sich auf Anleihe- und Aktienkurse auswirken. Abflüsse aus Investmentfonds könnten solche Bewegungen verstärken. Zugleich erschwere die Zersplitterung der europäischen Kapitalmärkte eine wirksame Verteilung von Risiken innerhalb der EU.
Die für den 18. November angekündigte EZB-Analyse soll die Risiken für das Finanzsystem umfassender bewerten.


