Nach dem Ende der Friedenspflicht haben die Warnstreiks in der deutschen Metall- und Elektroindustrie am Sonntag, 1. November, begonnen. Nach Angaben der IG Metall legten in der Nacht rund 300 Beschäftigte des thyssenkrupp-Rasselstein-Werks in Andernach zeitweise die Arbeit nieder; weitere Teilnehmer kamen aus umliegenden Betrieben.
Im Tarifkonflikt geht es um die Einkommen und die Zukunft von bundesweit rund 3,7 Millionen Beschäftigten. Die Gewerkschaft fordert fünf Prozent mehr Entgelt für zwölf Monate. Außerdem will sie tarifliche Zusagen zur Sicherung von Arbeitsplätzen und Standorten sowie eine Gewinnbeteiligung in wirtschaftlich erfolgreichen Unternehmen erreichen.
Die Arbeitgeber bieten eine einmalige Zahlung in Höhe von einem Prozent des durchschnittlichen tariflichen Jahresbruttoentgelts im Juli 2027 an. Sie soll je nach wirtschaftlicher Lage eines Betriebs unterschiedlich ausfallen können. Eine tabellenwirksame Erhöhung um 1,3 Prozent ist erst ab Juli 2028 vorgesehen; die Laufzeit soll bis zum 31. Dezember 2028 reichen.
Der Arbeitgeberverband METALL NRW verweist auf die schwierige Lage der Branche und fordert neben einer tariflichen Lösung auch Instrumente für mehr Investitionen und Wettbewerbsfähigkeit. Gespräche über Krankenstände und den Einsatz künstlicher Intelligenz gehören ebenfalls zu seinen Vorschlägen. Die IG Metall hält das Angebot dagegen für zu spät und zu niedrig, weil es die Preissteigerungen aus ihrer Sicht nicht ausgleicht.
Die regionalen Bezirke der Gewerkschaft legen fest, welche Betriebe bestreikt werden und wie lange die Aktionen dauern. Welche Folgen sich für Produktion und Lieferketten ergeben, hängt deshalb von der Beteiligung in den einzelnen Unternehmen ab.
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