Frankreichs Staatsanleihen haben am Montag zugelegt, nachdem Moody’s die Bonitätsnote des Landes am Freitag, 23. Oktober, bei Aa3 bestätigt und den negativen Ausblick beibehalten hatte. Die Entscheidung ersparte der Regierung vorerst eine weitere Herabstufung, beseitigte aber nicht die Sorgen über die Staatsfinanzen und die politische Handlungsfähigkeit.
Die Rendite zehnjähriger französischer Staatsanleihen sank am Montag laut Finanzmarktdaten auf rund 4,91 Prozent. In der Vorwoche hatte sie zeitweise fünf Prozent überschritten – ein Niveau, das seit 2002 nicht mehr erreicht worden war. Auch der Renditeabstand zu deutschen Bundesanleihen verringerte sich auf etwas mehr als 1,5 Prozentpunkte, nachdem er zuvor über 1,7 Punkte gelegen hatte.
Moody’s begründete die unveränderte Einstufung mit der weiterhin leistungsfähigen und breit aufgestellten französischen Wirtschaft. Die negative Perspektive signalisiert jedoch, dass eine spätere Herabstufung weiterhin möglich ist. Entscheidend wird sein, ob Paris einen Haushalt verabschieden kann, der den hohen Fehlbetrag schrittweise senkt.
Die Regierung rechnet für 2026 mit einem Haushaltsdefizit von etwa 5,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Für 2027 strebt sie einen Wert von fünf Prozent an. Der Plan sieht Einsparungen und zusätzliche Einnahmen vor, stößt im Parlament aber auf Widerstand. Damit bleibt offen, ob die angekündigte Konsolidierung tatsächlich umgesetzt werden kann.
Finanzminister Roland Lescure wertete die Entscheidung als Anerkennung der wirtschaftlichen Stärke Frankreichs und des vorgelegten Haushaltsplans. Die Märkte reagierten zunächst erleichtert; die hohen Kreditkosten und der negative Ausblick zeigen jedoch, dass der finanzpolitische Spielraum begrenzt bleibt.
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