Der Chipausrüster ASML wird für die niederländische Wirtschaft immer bedeutender. Nach einer am Montag, 26. Oktober, veröffentlichten Schätzung von ING Research könnte das Unternehmen 2026 direkt 1,6 Prozent zur niederländischen Bruttowertschöpfung beitragen. Einschließlich heimischer Zulieferer und Investitionen könnte der wirtschaftliche Fußabdruck 2,2 Prozent erreichen.
ING setzt für die Berechnung den Mittelwert der ASML-Umsatzprognose von 44,5 Milliarden Euro an. Der Konzern profitiert von der Nachfrage nach leistungsfähigen Halbleitern für Rechenzentren und Anwendungen der künstlichen Intelligenz. Seine Lithografiesysteme sind ein zentraler Bestandteil der Herstellung modernster Chips.
Der Erfolg macht die Niederlande allerdings auch anfälliger für Schwankungen in der Halbleiterbranche. Exportbeschränkungen im Konflikt zwischen den USA und China, Störungen bei internationalen Zulieferern und Engpässe bei Fachkräften könnten das Wachstum bremsen. ING verweist auf Nokia und dessen frühere Bedeutung für Finnland als Beispiel dafür, wie riskant eine starke Abhängigkeit von einem einzelnen Technologieunternehmen werden kann.
ASML baut seine Kapazitäten in der Brainport-Region bei Eindhoven aus. Ein im September gestarteter neuer Industriecampus soll in seiner ersten Phase ab 2029 mindestens 3.000 Beschäftigte aufnehmen; ein großer Teil davon soll von bestehenden Standorten wechseln.
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