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EU-Abgeordnete fordern konsequentes Vorgehen gegen sexualisierte KI-Deepfakes

Eine neue Untersuchung zeigt, dass mindestens 50 weitere Mitglieder des Europäischen Parlaments von sexualisierten KI-Fälschungen betroffen sind, darunter 46 Frauen. Die Abgeordneten verlangen, dass das geplante Verbot sogenannter Nudifier-Apps ab Dezember wirksam durchgesetzt wird.

Die Verbreitung sexualisierter KI-Deepfakes sorgt im Europäischen Parlament für wachsende Besorgnis. Die österreichische Grünen-Abgeordnete Lena Schilling hat öffentlich gemacht, dass auch sie von manipulierten Bildern betroffen war, auf denen ihr Körper mithilfe künstlicher Intelligenz digital entkleidet dargestellt wurde. Sie bezeichnete solche Angriffe als digitale Gewalt gegen Frauen und forderte wirksame Maßnahmen auf europäischer Ebene.

Eine Untersuchung der Organisation Agora Digitale Transformation identifizierte 50 weitere Mitglieder des Europäischen Parlaments, deren Bilder für sexualisierte KI-Inhalte missbraucht worden sein sollen. 46 der Betroffenen sind Frauen. Nach Angaben der Studienautoren zeigt die Untersuchung damit das Ausmaß eines Problems, das Politikerinnen in besonderem Maße trifft.

Schilling und Terry Reintke, Vorsitzende der Grünen/EFA-Fraktion im Europäischen Parlament, setzen sich gemeinsam mit Abgeordneten anderer politischer Gruppen für ein konsequentes Vorgehen gegen solche Inhalte ein. In einem von 119 Abgeordneten unterstützten Schreiben fordern sie die Europäische Kommission und die Mitgliedstaaten auf, die bestehenden und geplanten Regeln nicht nur zu beschließen, sondern auch wirksam durchzusetzen.

Im Mittelpunkt steht das Verbot sogenannter Nudifier-Apps. Mit solchen Anwendungen lassen sich realistisch wirkende intime Bilder identifizierbarer Personen ohne deren Zustimmung erzeugen oder manipulieren. Die EU-Regelung sieht vor, entsprechende Systeme zu verbieten. Für Anbieter gilt eine Übergangsfrist bis zum 2. Dezember 2026, um die erforderlichen Schutzmaßnahmen umzusetzen.

Die Betroffenen sehen darin nicht nur eine Verletzung ihrer Privatsphäre und Persönlichkeitsrechte. Sexualisierte Deepfakes können auch dazu dienen, Frauen öffentlich zu demütigen, einzuschüchtern und ihre politische Arbeit zu erschweren. Schilling warnte, dass solche Angriffe Frauen davon abhalten könnten, sich politisch zu engagieren und öffentlich ihre Meinung zu vertreten.

Die Debatte stellt die EU vor die Aufgabe, technische Entwicklungen mit wirksamen Schutzmechanismen zu verbinden. Entscheidend wird sein, wie die Regeln umgesetzt, Verstöße verfolgt und mögliche Schlupflöcher geschlossen werden. Für die betroffenen Politikerinnen geht es dabei auch um die Frage, ob Frauen ohne Angst vor sexualisierter digitaler Gewalt am öffentlichen Leben teilnehmen können.

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